- Start
- Methoden in der räumlichen Planung
- Design und Ablauf der Untersuchung
- Einschätzungen zum Planungsmethodeneinsatz
- Hemmnisse des verstärkten Einsatzes der Methoden
- Anforderungen an Planungsmethoden in der Planungspraxis
- Wege zur Weiterentwicklung von Planungsmethoden
- Fazit zum Einsatz von Planungsmethoden
- About the author(s)
- References
Published 22.01.2026
Die Nutzung von Planungsmethoden
Mixed-Method-Untersuchung zu Einsatzhemmnissen
und Entwicklungsperspektiven
The Use of Planning Methods
Mixed-Method Study on Barriers to Implementation and Development
Prospects
Keywords: Planungsmethoden; Bewertungsmethoden; Planungsprozesse; Entscheidungsfindung; Planungsverfahren; Planning methods; evaluation methods; planning processes; decision-making; planning procedures
Abstract:
Der Beitrag untersucht Hemmnisse und Entwicklungserfordernisse planerischer Methodenanwendung in der räumlichen Praxis. Grundlage ist eine Mixed-Method-Studie, deren zentrale Frage lautet: Welche Faktoren erschweren die Anwendung von Planungsmethoden, und welche Anforderungen stellt die Praxis an deren Weiterentwicklung? Die Analyse zeigt, dass methodischer Einsatz grundsätzlich positiv bewertet wird, jedoch vor allem quantifizierende Verfahren wie die Nutzwertanalyse selten Anwendung finden. Hauptbarrieren sind Zeit- und Ressourcenmangel, begrenzte methodische Kompetenzen sowie eine als gering wahrgenommene Praxistauglichkeit komplexer Verfahren. Interviews verdeutlichen den Bedarf an einfachen, kontextsensiblen, digitalen Lösungen. Jüngere Fachkräfte stehen standardisierten Tools aufgeschlossen gegenüber. Gefordert wird eine methodische Weiterentwicklung, die Verständlichkeit, Effizienz und Dialogorientierung stärker berücksichtigt.
This article examines obstacles and development requirements for the application of planning methods in spatial practice. It is based on a mixed-method study whose central question is: What factors hinder the application of planning methods, and what requirements does practice place on their further development? The analysis shows that the use of methods is generally viewed positively, but that quantifying methods such as utility analysis are rarely used. The main barriers are a lack of time and resources, limited methodological skills, and a perceived lack of practical applicability of complex procedures. Interviews highlight the need for simple, contextsensitive, digital solutions. Younger professionals are open to standardised tools. There is a call for further methodological development that takes greater account of comprehensibility, efficiency and dialogue orientation.
Methoden in der räumlichen Planung
Für die Profession der Raumplanung ist das Beherrschen fachspezifischer Methoden zentral. In der vorliegenden Untersuchung liegt der Fokus auf der kommunalen Ebene, wobei insbesondere planungsmethodische Anforderungen in den Maßstabsebenen Stadt, Quartier und Projektkontext betrachtet wurden. Damit werden zentrale Handlungsebenen adressiert, auf denen methodische Kompetenzen unmittelbar wirksam werden. Die wissenschaftliche Unterstützung bei der Weiterentwicklung von Planungsmethoden steht allerdings bereits bei der Definition des Begriffs vor einer Hürde, wobei vor allem die Abgrenzung zu den Instrumenten und Verfahren, Vorgehensweisen oder Techniken fließend ist (Schönwandt und Jung 2006; Hoffmann 2016). Planungsmethoden werden zum Beispiel bezeichnet als „Verfahrensweisen zum Erreichen bestimmter Ziele, Ergebnisse oder Planaussagen“ (Fürst und Scholles 2008: 200), als „Sequenz von absichtsvoll kombinierten Einzelschritten“ (Förster 2014: 91), „zielgerichtete Vorgehensweisen zur Bearbeitung der einzelnen Arbeitsschritte im Planungsprozess“ (Förster und Thierstein 2009: 3), als „Weg zu einem Ziel, ein Verfahren zur Lösung theoretischer und praktischer Aufgaben, charakterisiert durch zweckorientierten, planmäßigen Einsatz von Mitteln und Techniken“ (Gilgen 2006: 13), wobei sie immer ein systematisches Vorgehen implizieren und die Entscheidung für einen methodischen Ansatz den Ausschluss alternativer Ansätze nach sich zieht (Streich 2011: 178).
In Anbetracht der bestehenden Terminologie-Unklarheiten ist die vor über 15 Jahren im deutschsprachigen Raum unternommene Lehrbuchdarstellung der für die räumliche Planung relevanten Methoden von besonderer Bedeutung (Fürst und Scholles 2008). Der Band zeigt die Vielfalt der Planungsmethoden; enthalten sind sowohl die dem eher rationalistischen Planungsverständnis der 1960er Jahre folgenden stark formalisierten und quantifizierenden Bewertungsmethoden als auch Methoden zur Prozessgestaltung, die den in den 1990er Jahren unter dem Paradigma des „Communicative Turn“ aufkommenden Methoden folgten (Diller 2009). Gleichwohl nicht vollständig: Es fehlt der für Studierende der Stadtplanung zentrale städtebauliche Entwurf. Vor allem haben sich in den letzten Jahren erhebliche Veränderungen in der Landschaft der Methoden der räumlichen Planung vor allem durch die Ausdifferenzierung und Verbreitung von (Integrated) Planning Support Systems vollzogen (Yamagata et al. 2020), die hier erst angedeutet sind. Planning Support Systems bezeichnen digital unterstützte Werkzeuge oder Plattformen, die unterschiedliche Daten, Modelle und Methoden integrieren, um Planungsprozesse fachübergreifend zu analysieren, zu visualisieren und zu unterstützen.
Aufbauend auf der Systematik dieses Lehrbuchs zeigte bereits vor einigen Jahren eine bundesweit repräsentative Untersuchung unter Praktiker:innen, dass viele der Methoden in der kommunalen Praxis zwar bekannt, aber nur selten tatsächlich angewendet werden (Diller 2009). Abwägungs- und Entscheidungsvorgänge erfolgen in der Planungspraxis zwar nach bestimmten Verfahrensregeln, formalisierte Methoden im engeren Sinne kommen dagegen nur punktuell zur Anwendung. Dieser Beitrag knüpft an diesem Befund an und geht zwei Leitfragen nach:
Welche Hemmnisse stehen einem weitergehenden Einsatz von Planungsmethoden im Weg und welche Anforderungen ergeben sich aus der Sicht der Praxis für die weitere Entwicklung der Planungsmethoden?
Die empirischen Ergebnisse in Form zum einen einer online Befragung unter Planungspraktikern, zum anderen von Expert:innengesprächen wurden im Rahmen des DFG-Projekts VALPLAN gewonnen. Nachfolgend wird zunächst das methodische Vorgehen vorgestellt. Es folgen die empirischen Ergebnisse, die abschließend diskutiert werden.
Design und Ablauf der Untersuchung
Das Untersuchungsdesign und der Ablauf werden im Folgenden anhand zweier kombinierter Forschungsansätze erläutert. Zum einen umfasst die Studie eine quantitative Kommunalbefragung, die einen Überblick über zentrale Strukturen und Prozesse in den deutschen Kommunen liefert. Zum anderen werden leitfadengestützte Expert:inneninterviews durchgeführt, um vertiefende qualitative Einblicke und Kontextinformationen zu gewinnen.
Quantitative Kommunalbefragung
Die bundesweite Untersuchung wurde mithilfe einer systematisierten interaktiven Online-Umfrage (Reinecke 2022: 949) im Rahmen des oben genannten DFG-Projekts VALPLAN (von der Autorin des Beitrags) durchgeführt. Insgesamt gab es zwei Umfragephasen, in denen 1590 Kommunen per E-Mail kontaktiert wurden. Der verwendete Fragebogen wurde als Web Survey gestaltet und in Form einer Online-Befragung mithilfe der Software LimeSurvey durchgeführt. Die Adressen für die Erhebung des Status Quo wurden über Internetrecherchen zusammengestellt. Diese umfassten alle Kommunen mit mehr als 10.000 Einwohnern. In der ersten Befragungswelle im April 2024 erhielten 1590 Kommunen eine E-Mail-Einladung zur Umfrage. Von diesen wurden 145 Fragebögen vollständig ausgefüllt. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 9 Prozent. Dieser geringe Rücklauf erklärt sich sicherlich auch durch den Umfang des Fragebogens: Auf 9 Seiten waren 22 hauptsächlich geschlossene Fragen und meist ergänzend offene Fragen zu beantworten. Zudem waren einige geschlossene Fragen in den Antwortkategorien sehr ausdifferenziert. Jedoch wurde bei der Auswertung die insgesamt hohe Qualität der Antworten deutlich. Diejenigen, die den Fragebogen ausfüllten, hatten sich erkennbar mit den darin enthaltenen zum Teil sehr komplexen planungstheoretischen und planungsmethodischen Sachverhalten auseinandergesetzt. Trotz ihres geringen Umfanges war die Stichprobengröße ausreichend, um zwar nicht zu allen, aber zumindest vielen der abgefragten Sachverhalte valide Aussagen zu erhalten. Die hier dargestellten Ergebnisse zu Fragen von Planungsmethoden bilden nur einen Teil des gesamten Fragespektrums ab.
Leitfadengestützte Expert:inneninterviews
Die Untersuchung stützt sich auf qualitative Interviews mit Fachleuten, die gezielt auf Basis ihrer Expertise ausgewählt wurden. Die Expert:innen waren zum einen in der Verwaltung tätig, vor allem leitend in den Bereichen Stadtplanung und Stadtentwicklung. Zum andern waren es Leitende oder Bearbeitende der involvierten Planungsbüros. In einem Fall wurde ein Gespräch mit einem Bürgermeister geführt. Maßgeblich für die Auswahl waren ihre langjährige Berufserfahrung im Bereich der Stadtplanung sowie ihre Vertrautheit mit institutionellen Abläufen und Entscheidungsprozessen. Darüber hinaus spielte ihre Offenheit gegenüber dem Forschungsthema eine zentrale Rolle.
Zwischen März und Oktober 2023 wurden insgesamt 19 Gespräche mit einer Gesamtlänge von 22 Stunden geführt. Grundlage der Gespräche bildeten neun konkrete Fallstudien, mit denen die Befragten unmittelbar befasst waren. Die Diskussionen behandelten unter anderem Ziele und Rahmenbedingungen von Planungsverfahren, die Entwicklung und Bewertung von Handlungsoptionen sowie Entscheidungsfindungen und deren Weiterentwicklung. Zur Auswertung wurde eine strukturierte qualitative Inhaltsanalyse mit Unterstützung der Software MAXQDA durchgeführt.
Einschätzungen zum Planungsmethodeneinsatz
Nachfolgend werden die Ergebnisse beider Erhebungen getrennt nach den beiden Leitfragen dargestellt. Zuvor sind jedoch noch einige Auswertungen aus der quantitativen Befragung vorzustellen, was die grundsätzliche Einstellung zu Planungsmethoden und die Methodenkompetenz der Befragten angeht. Abbildung 1 zeigt die Antworten auf die Frage der generellen Bedeutung des Methodeneinsatzes.

Zwar steht fast ein Drittel dieser Frage neutral gegenüber, auf der anderen Seite sehen zwei Drittel der Befragten den Methodeneinsatz in der Raumplanung als wichtig oder sogar sehr wichtig an und nur wenige als eher unwichtig. Es kann somit eine mehrheitlich positive Grundhaltung gegenüber Planungsmethoden festgestellt werden. Fast ebenso deutlich ist die Einstellung zur Frage, wie sich die Bedeutung von Planungsmethoden in den letzten Jahren verändert hat. Zwar findet sich auch hier eine große Gruppe mit neutraler Einschätzung, die klare Mehrheit jedoch nimmt einen mehr oder weniger starken Bedeutungsgewinn von Planungsmethoden wahr (Abb. 2).

Angesichts der positiven Grundeinstellung gegenüber Planungsmethoden stellt sich die Frage, auf welche Methoden sich die Befragten im Speziellen beziehen. Daher wurde den Befragten ein Katalog von insgesamt 22 Planungsmethoden vorgelegt, die vor allem auf die Systematisierung von Fürst und Scholles (2008) zurückgehen und durch einige moderne Methoden ergänzt wurden. Bei der Auswahl der Methoden lag der Fokus auf analytisch-bewertenden Methoden. Methoden wie der städtebauliche Entwurf sind ein iterativer, nicht-linearer Prozess, der sich nur schwer mit klassischen methodischen Kriterien (zum Beispiel Reproduzierbarkeit, Messbarkeit) vereinbaren lässt. Deshalb wurde er nicht mit einbezogen. Die Befragten wurden gebeten einzuschätzen, ob sie diese Methode kennen oder nicht und ob sie die Methode auch anwenden. Abbildung 3 zeigt das Ergebnis. Hohe Bekanntheits- und Anwendungsraten haben vor allem Methoden der Prozessgestaltung und des Prozessmanagements.
Bei der für die kommunale Raumplanung wichtigen Gruppe der Bewertungsmethoden haben nur die verbal-argumentative Bewertung und die SWOT-Analyse hohe Bekanntheits- und Anwendungsraten. Bei den quantifizierenden Methoden wie der Nutzwertanalyse fällt vor allem die Differenz zwischen noch relativ hoher Bekanntheit (unter Umständen aus dem Studium) und geringer Anwendung auf. Insgesamt wird vor allem der höhere Verbreitungsgrad eher qualitativer gegenüber quantitativen Methoden deutlich; die Prognosen sind die einzige quantitative Methoden, die von mehr als der Hälfte der Befragten auch angewendet wird.

Hemmnisse des verstärkten Einsatzes der Methoden
Die Frage nach den hemmenden Faktoren des Planungsmethodeneinsatzes wurde in der online Befragung explizit gestellt, indem neun Gründe vorgegeben waren, die mit ja oder nein beantwortet werden konnten. Es waren Mehrfachantworten möglich. Insgesamt wurden von den 145 Befragten 408 Ja-Antworten gegeben, also durchschnittlich 2,8 je Befragten. Abbildung 4 zeigt das Ergebnis.
Mit deutlichem Abstand wird von über der Hälfte der Befragten der Aspekt des Zeit- und Ressourcenaufwandes genannt, der auch in den Expert:innengesprächen erwähnt wurde. Die Aspekte Verkomplizierung des Prozesses und zu wenig Methodenkenntnisse werden von über einem Drittel der Befragten genannt. Über ein Viertel der Befragten gibt die Gründe einer zu starken Fokussierung auf den Prozess anstatt auf das Ergebnis und zu großer Unsicherheiten im Planungsprozess an. Die übrigen Aspekte werden seltener genannt.

Die vertiefte Betrachtung ergibt nur einen signifikanten Unterschied: und zwar beim Aspekt Verkomplizierung des Prozesses. Es zeigt sich, dass diejenigen, die diesen Aspekt bejahen, mit 1,54 einen signifikant geringeren Wert zu methodischer Kompetenz haben als diejenigen, die den Aspekt verneinen (1,83). Dieser Zusammenhang ist plausibel.
In den Expert:innengesprächen wird von mehreren Expert:innen vor allem die Problematik quantifizierender Methoden wie der Nutzwertanalyse vertieft. An ihr wird kritisiert, dass sie versucht, nicht quantifizierbare Aspekte zu messen. Dies wird von weiteren fachlichen Aussagen zufolge als eine Art Scheinmethodik beschrieben, bei der Themen quantifiziert [werden], die nicht quantifizierbar sind (Hessen, Mittelstadt - Leitung Planungsbüro). Besonders problematisch ist dabei die Zuweisung kardinaler Werte zu qualitativen Merkmalen wie Schönheit oder Qualität, die in der realen Planungspraxis kaum anwendbar sind: „Die Nutzwertanalyse hat das Hauptproblem, dass Sie sie, wenn Sie es seriös machen, immer nur über kardinale Werte handhaben können“ und diese Werte findet man in der Planung fast nirgendwo (Hessen, Mittelstadt – Leitung Planungsbüro).
Insbesondere im Kontext der Windradplanung wird argumentiert, dass die Entscheidungen so wertebasiert sind, dass standardisierte Methoden wie die Nutzwertanalyse oder Kostennutzenanalyse nicht angemessen seien. Die Komplexität der anstehenden Entscheidungen erfordert demnach kreative und weniger quantifizierbare Ansätze, um den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Planungsobjekts gerecht zu werden, wie es beispielhaft von einer fachkundigen Person dargestellt wird: „Planung ist zu komplex und es wäre nicht angemessen es zu quantifizieren.“ (Baden-Württemberg, Kleinstadt - Beratungsfirma) Ebenso wird von einer weiteren fachkundigen Person argumentiert, dass man den Prozess „nicht systematisieren oder technisieren [kann], sondern man muss wirklich alles einzeln dann durchgehen und sich das genau [durch]lesen.“ (Sachsen-Anhalt, Großstadt - Leitung Stadtplanung) Exakte Quantifizierungen seien jedoch auch wie eine weiterer Expertise betont nicht nötig, da Planung „ein kreativer Prozess [ist], der sehr viel Spielraum hat. Also juristisch wird man sagen Ermessensspielraum.“ (Hessen, Mittelstadt – Leitung Planungsbüro) Um diesen auszuloten, werden von den Expert:innen Dialog und ein Meinungsaustausch gefordert und nicht die Verwendung von quantifizierenden Bewertungsmethoden.
Anforderungen an Planungsmethoden in der Planungspraxis
Als besonders ertragreich erwiesen sich die Expert:innengespräche im Hinblick auf die Anforderungen zum einen an die Planungsmethoden selbst, zum anderen im Hinblick auf den Planungsprozess, in dem sie eingesetzt werden. Innerhalb der Anforderungen an Planungsmethoden ist besonders die Ressourcenschonung und die Steigerung der Effizienz zu nennen. Hier sind Punkte von fachkundigen Personen wie die Bedeutung von weniger Zeitdruck und einer sorgsamen Nutzung finanzieller Ressourcen hervorgehoben, um die Qualität der Planungsprozesse zu gewährleisten aber auch die Straffung von Prozessen und die Vermeidung von unnötigen Schritten, um Kosten zu senken und gleichzeitig die Ziele der Planung zu erreichen.
Dies hat eine große Bedeutung zur Anforderung der Vereinfachung des Prozesses, was durchaus in einem Spannungsverhältnis zu der Einschätzung, steht, dass die Verfahren durch Planungsmethoden auch komplizierter werden können (Abb. 4). Laut den interviewten Personen soll durch die Anwendung von Methoden der Prozess vereinfacht werden. Eine interviewte Person würde sich innerhalb dessen eine Reduktion von äußeren Einflüssen wünschen. Im selben Interview wird die Komplexität und der Umfang von Planungsprozessen hervorgehoben, die eine effiziente Verwaltung von Informationen und die Reduzierung von Redundanzen erfordern. Eine interviewte Person äußert sich zu Abwägungen: „[Da] kriegen Sie zehn Seiten Stellungnahmen von der Fachverwaltung für Verkehr mit einer Inhaltstiefe und Punkten, die sich auch teilweise aus alten Prozessen beziehen. Also ganz einfach, da inhaltlich durchzusteigen auf diese Komplexität, auch auf Prozessen, wenn die schon über Jahre gehen und dann rückwirkend man sich auf Sachen bezieht, die auch teilweise wieder angepasst worden sind, also das ist schon mühsam, sage ich mal.“ (Brandenburg, Mittelstadt – Bearbeitende Person im Planungsbüro)
Es wird deutlich, wie die Stellungnahmen der Fachverwaltung zum Beispiel für Verkehr häufig sehr umfangreich sind, fachlich komplex und schwer zugänglich. Ihre Bezüge zu früheren, teils überholten Planungsständen erschweren es erheblich, die Inhalte einzuordnen und in aktuelle Entscheidungsprozesse zu integrieren.
Ein wiederkehrendes Thema ist die Einfachheit von Planungsmethoden und deren Zugänglichkeit. Planungsmethoden sollten laut einem Interviewten verständlich und leicht anwendbar gestaltet sein, um eine breitere Akzeptanz und Anwendung zu finden. Sie sollten „vom gesunden Menschenverstand her zugänglich“ und an praktischen Bedarfen orientiert sein.
Die Notwendigkeit, Planungsmethoden an spezifische städtebauliche und gesellschaftliche Kontexte anzupassen und die Praktikabilität, wird von den Interviewten deutlich hervorgehoben. Die Anpassbarkeit und Praktikabilität bezieht sich dabei auf konkrete Veränderungen oder Modifikationen einer Methode im jeweiligen Planungsprozess. Dies zeigt sich beispielsweise in der Aussage einer fachkundigen Person: „Jedes Gebiet hat so seine eigene Geschichte“ (Hessen, Mittelstadt - Leitung Stadtplanungsamt). Anpassbarkeit hingegen beschreibt die grundsätzliche Fähigkeit einer Methode, auf unterschiedliche Anforderungen, Kontexte und Veränderungen reagieren zu können. Sie wird als zentrale Eigenschaft wie aus den Interviews hervorgeht verstanden, um mit wandelnden Rahmenbedingungen umgehen zu können. So wird etwa ein veränderter Anspruch an Bodennutzung genannt: „Eigentlich ist der Anspruch an den Boden von der Dichte her zukünftig ein anderer“ (Hessen, Mittelstadt – Leitung Planungsbüro), ebenso wie gesellschaftliche Entwicklungen wie die zunehmende Verbreitung von Homeoffice. Neben dieser Flexibilität wird auch die Praktikabilität als zentrale Anforderung hervorgehoben. Methoden sollen nicht nur anpassbar sein, sondern auch im Planungsalltag einfach und effizient einsetzbar. Außerdem sind Methodenkompetenz und Fachwissen für die Interviewten entscheidend, um effektiv planen zu können. Jede/r Planende muss laut den Interviews über das notwendige Know-how verfügen, um formelle Beteiligungsprozesse durchführen zu können.
Die Akzeptanz spielt auch bei der Anforderung wissenschaftliche Beurteilungsgrundlage und Fundierung eine wichtige Rolle so eine interviewte Person: „wenn man, seine Maßstäbe, die man ansetzt, um Dinge zu beurteilen, wenn man den Leuten sagt, das habe ich mir nicht ausgedacht, sondern das kommt irgendwo her.“ (Hessen, Mittelstadt - Leitung Stadtplanungsam) Dieselbe Person äußert sich dazu, „dass wir nicht selber irgendwas erfinden als Verwaltung, sondern dass wir uns stützen auf Ergebnisse von anerkannten Institutionen. Also man sollte nicht versuchen, das Rad neu zu erfinden.“ (Hessen, Mittelstadt - Leitung Stadtplanungsam)
Die Vereinfachung des Prozesses wird mehrfach als wesentliche methodische Anforderung genannt, um die Handhabung komplexer Planungsverfahren zu erleichtern und die Beteiligung verschiedener Stakeholder zu optimieren. Eine fachliche Einschätzung betont zum Beispiel die Notwendigkeit einer Vereinfachung, um die Einbindung von Fachbehörden und die Berücksichtigung ihrer speziellen Anforderungen effizienter zu gestalten. Die komplexen Anforderungen im Natur- und Artenschutz illustrieren in den Interviews die Herausforderungen, die eine Vereinfachung notwendig machen, um Prozesse überschaubar und handhabbar zu halten.
Eine weitere Anforderung an Planungsmethoden ist in der Kommunikationsunterstützung zu sehen. Wie eine interviewte Person berichtet, bestehen „Dienstanweisungen, wie wir miteinander umzugehen haben, weil es dann doch sehr komplex ist“ (Hessen, Mittelstadt - Leitung Stadtplanungsam). Die Unterstützung durch effektive Kommunikationsstrategien ist entscheidend, um Transparenz und Verständlichkeit in Planungsprozessen zu gewährleisten. Im Bereich dessen ist auch die Anforderung der Zusammenarbeit zu sehen. Wie eine fachkundige Person beschreibt, „man braucht ja auch diverses interdisziplinäres wie auch immer geartetes gerade einen Blick auf diese Projekte. Und da ist es einfach das Allerschönste, das Allerbeste. Nicht umsonst macht man sowas auch gerne,
wenn man eine anspruchsvolle Planungsaufgabe im B-Plan hat.“. Weiter wird argumentiert: „Man braucht ja auch diverses, interdisziplinäres, wie auch immer geartetes [-] gerade einen Blick auf diese Projekte. Und da ist es einfach das Allerschönste, das Allerbeste. Nicht umsonst macht man sowas auch gerne, wenn man [es mit] eine[r] anspruchsvollen Planungsaufgabe im B-Plan [zu tun] hat.“ (Bayern, Großstadt - Leitung Stadtplanung)
Die Anforderung Transparenz und Nachweisbarkeit geht aus den Expert:inneninterviews hervor. Methoden sollen laut den Praktikern nicht willkürlich erscheinen, sondern auf anerkannten Standards und Empfehlungen beruhen: “Und es ist auch wichtig, dass wir nicht selber irgendwas erfinden als Verwaltung, sondern dass wir uns stützen auf Ergebnisse von anerkannten Institutionen“ (Hessen, Mittelstadt - Leitung Stadtplanungsam). Alle Aspekte der Planung müssen für alle Beteiligten klar und nachvollziehbar sein. In einem Interview wird erwähnt, dass Transparenz durch regelmäßige und umfassende Information und Nachvollziehbarkeit, durch detaillierte Dokumentation und klare Begründungen von Entscheidungen erreicht wird. Dies fördert laut den Interviews das Verständnis und die Akzeptanz der Planungsergebnisse.
Mit der Anforderung Visualisierung und verbale Erläuterung sollen komplexe Daten in Form von Visualisierungen wie Diagrammen oder 3D-Modellen dargestellt werden, um die Verständlichkeit zu erhöhen. Eine fachkundige Person macht deutlich, dass visuelle Darstellungen in der Planung zwar ästhetisch ansprechend sein können, jedoch nicht zwangsläufig zu einem besseren Verständnis führen. Um die Konsequenzen geplanter Maßnahmen auch für Laien nachvollziehbar zu machen, ist es erforderlich, Visualisierungen durch eine klare und verständliche verbale Kommunikation zu ergänzen. Weiter wird von einer anderen Person die Bedeutung der verbalen Argumentation im Abwägungsprozess betont, um die Entscheidungen und deren Grundlagen für alle Beteiligten nachvollziehbar zu machen.
Weiter besteht die Anforderung Prägnanz der Ergebnisse und Übertragbarkeit. Ergebnisse sollten prägnant und auf das Wesentliche konzentriert sein, um die Klarheit und Wirksamkeit der Kommunikation zu verbessern, so wird in den Interviews auch die Bedeutung von Schlagworten zur Vereinfachung komplexer Informationen hervorgehoben. Gleichzeitig sollen Ergebnisse so formuliert sein, dass sie auch auf andere Projekte oder Kontexte übertragbar sind, um die Effizienz zu steigern und wiederholte Anstrengungen zu minimieren. Dies wird in einem Interview angesprochen, wo die Anwendung von allgemeinen Leitlinien und Erfahrungen aus anderen Projekten die Planung rationalisiert.
Wege zur Weiterentwicklung von Planungsmethoden
Als Grundherausforderung im Planungsprozess wird von zahlreichen Expert:innen deren zunehmende Komplexität reflektiert. Die Verwaltungen sehen sich mit Planungsverfahren konfrontiert, die schwer verständlich, effektiv zu steuern und zu überwachen sind. Daraus ergibt sich der Bedarf nach Hilfestellungen und der Entwicklung neuer Methoden, um die Durchdringung dieser Komplexität und des teils massiven Umfangs zu erleichtern.
Eine Frage der online Erhebung war jene, ob sich die Befragten mehr methodische Unterstützung eher für formelle oder für informelle Verfahren wünschen. Diese Frage war bewusst als Alternativfrage gestellt, die Entscheidung für eine Antwort war nötig. Abbildung 5 zeigt das Ergebnis. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich mehr methodische Unterstützung, darunter etwas mehr in informellen Verfahren. Interessanterweise ist der Gesamtwert der Methodenkompetenz bei denen, die sich mehr Unterstützung in informellen Verfahren wünschen signifikant höher als bei jenen, die sich mehr Unterstützung in formellen Verfahren wünschen (1,96 im Vergleich zu 1,44).

Aus den Expert:innengesprächen ergaben sich vertiefte Erkenntnisse. Bei formellen Verfahren wird der Bedarf an einer klareren Struktur und besseren Steuerung betont. Hier sollte der Planungsprozess durch den Einsatz digitaler Methoden transparenter und zugänglicher gemacht werden, um die Komplexität für alle Beteiligten zu reduzieren und die Verwaltungseffizienz zu verbessern. Dazu gehörten auch die Entwicklung und Anwendung von digitalen Werkzeugen, die wie ein Baukastensystem fungieren, um Informationen strukturiert und nach Bedarf bereitzustellen. Weiterhin wird eine Objektivierung des Prozesses angestrebt, um die Entscheidungsfindung auf eine sachliche Grundlage zu stellen und die Entscheidungsverantwortung der Bürger zu aktivieren.
In den informellen Verfahren liegt der Fokus auf der Unterstützung bei der richtigen Herangehensweise und der Auswahl der richtigen Methode. Außerdem wird die Erweiterung der Bürgerbeteiligung durch frühzeitige und außerhalb formaler Prozesse stattfindender Interaktionen von einer anderen Einschätzung genannt. Die Digitalisierung bietet hier Möglichkeiten, Bürger:innen intensiver und effektiver einzubinden, indem digitale Plattformen für einen fortlaufenden Dialog genutzt werden. Ziel ist es, den Bürger:innen mehr Spielraum für eigene Beiträge zu geben und gleichzeitig die Konsequenzen von Entscheidungen transparenter zu machen. Dies könnte, wie eine Expertise darlegt, die Motivation zur Teilnahme erhöhen und die Qualität der Beteiligung mit Prozess und Ergebnis verbessern.
Zwei vertiefende Fragen zielten dezidiert auf Methoden der Entscheidungsfindung und Alternativenbewertung ab. Bei der Frage der online Erhebung nach einem standardisiert bereitgestellten Tool für die Entscheidungsfindung zeigt sich die Mehrheit der Befragten indifferent (vgl. Abb. 6), aber es stimmen auch deutlich mehr Befragte zu als ablehnen. Markant ist vor allem der Zusammenhang mit der Berufserfahrung. Während die beiden Gruppen mit über 20 Jahren Berufserfahrung einem solchen Werkzeug besonders indifferent bis skeptisch gegenüberstehen, ist die Zustimmung vor allem in den drei Gruppen mit bis zu fünf Jahren Berufserfahrung sehr groß.

Das Thema Digitalisierung wurde in den Expert:innengesprächen dabei an zahlreichen Stellen angesprochen und als Möglichkeit der Effizienzsteigerung und Kapazitätserweiterung gesehen. Zur Integration von KI ergibt die online Befragung ein genaueres Bild (Abb. 7): Die Anwendung von KI als Wissensquelle zur Bewertung von räumlichen Planungsalternativen wird von knapp der Hälfte als positiv oder sehr positiv eingeschätzt, ein Drittel stehen dem kritisch oder sehr kritisch gegenüber, knapp ein Viertel neutral.

Auch hier zeigt die Differenzierung nach dem Merkmal Berufserfahrung signifikante Ergebnisse. In allen Gruppen bis 20 Jahren Berufserfahrung überwiegen die Befürworter die Skeptiker, in allen Gruppen über 20 Jahren ist es umgekehrt (Gamma = -0,25).
Fazit zum Einsatz von Planungsmethoden
Die zentralen Befunde der Untersuchung lassen sich wie folgt zusammenfassen und in Perspektiven überführen: Keine pauschale Methodenskepsis in der Praxis erkennbar – wohl aber gut begründete Vorbehalte gegenüber einzelnen Methoden. Der Ausgangspunkt der Untersuchung war der Befund, dass aus dem breiten Spektrum von Raumplanungsmethoden, obwohl diese in einschlägigen Lehrbüchern (vgl. Fürst und Scholles (2008), Streich (2011) u.a.) aufgeführt sind, in der Praxis Defizite in der Bekanntheit und vor allem in der Anwendung festzustellen sind. Auch wenn die deutliche Mehrheit der Planer:innen den Einsatz von Methoden in der räumlichen Planung als wichtig ansah und sogar einen Bedeutungsgewinn von Planungsmethoden in den letzten Jahren diagnostizierte, räumte sie in einem breiten Portfolio von Planungsmethoden Lücken ein, womit Ergebnisse einer älteren Untersuchung bestätigt wurden (Diller 2009). Besonders bei klassischen quantifizierenden Methoden der Alternativenbewertung und Entscheidungsfindung werden diese Lücken nicht nur akzeptiert, sondern vielfach mit den inhärenten Schwächen der Verfahren selbst begründet. Auch wenn solche Methoden grundsätzlich bekannt sind, werden sie oft bewusst nicht eingesetzt. Exemplarisch zeigt sich dies an der Nutzwertanalyse, deren Anspruch auf exakte Quantifizierbarkeit in der Praxis kaum einlösbar ist. Sie wird teils als Scheinmethode betrachtet. Ein zentrales Argument gegen deren Anwendung liegt im hohen Zeit- und Ressourcenaufwand, der mit ihrer Nutzung verbunden ist. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Methoden selbst kritisch betrachtet werden. Sie werden von Planerinnen und Planern als wenig praxistauglich empfunden, weil sie den Anforderungen an Verständlichkeit, Nachvollziehbarkeit und situative Offenheit nicht immer gerecht werden.
Von einer generellen Methodenskepsis unter Planer:innen kann dennoch keine Rede sein. Im Gegenteil: Die Hälfte der Befragten äußert ein klares Bedürfnis nach mehr methodischer Unterstützung.
Für formelle Prozesse werden strukturierende, modular einsetzbare Methoden gewünscht, die helfen, komplexe Abläufe transparenter und steuerbarer zu gestalten. Im informellen Bereich steht der Wunsch nach tragfähigen dialogischen Formaten im Vordergrund, die insbesondere durch digitale Werkzeuge gestärkt werden könnten.
Anforderungen an die Weiterentwicklung von Planungsmethoden und ihre Einsatzbedingungen
Vor allem aus den Expert:innengesprächen wurden differenzierte Anforderungen an Planungsmethoden und Rahmenbedingungen ihres Einsatzes deutlich, die motiviert sind auch durch die Forderung der Steigerung der Effizienz und Vereinfachung der Planungsprozesse. Die Methoden müssen daher folgende Anforderungen erfüllen: Einfachheit und Praktikabilität trotz wissenschaftlicher Fundierung zum Beispiel durch Visualisierung und Erläuterung, Transparenz, Ressourcenschonung, wissenschaftliche Beurteilungsgrundlage und Fundierung, Prägnanz und Übertragbarkeit der Ergebnisse. Als wichtige Rahmenbedingungen werden neben der Zugänglichkeit der Informationen auch die Methodenkompetenzen der Beteiligten und das Erfordernis der Ressourcenschonung genannt. Vor allem jüngere Planer:innen wünschen mehr digitale methodische Unterstützung.
Bemerkenswert ist auch der vor allem in der schriftlichen Erhebung festgestellte generationsspezifische Unterschied in der Haltung gegenüber neuen technischen Ansätzen. Während erfahrenere Fachkräfte standardisierten Entscheidungshilfen und dem Einsatz künstlicher Intelligenz eher reserviert gegenüberstehen, zeigen sich jüngere Berufseinsteigerinnen und -einsteiger deutlich aufgeschlossener. Dies verweist auf unterschiedliche berufliche Prägungen, aber auch auf eine wachsende Selbstverständlichkeit im Umgang mit digitalen Werkzeugen und Methodenwissen. Methodische Innovation ist daher nicht allein eine technische, sondern auch eine kulturelle Frage. Sie entsteht dort, wo sich Praxisanforderungen mit methodischer Reflexion verbinden lassen. Dies weist auf ein dynamisches Potenzial für zukünftige methodische Innovationen hin, das stärker genutzt werden sollte.
Generelle Perspektiven von Planungsmethoden im Kontext von Planungsprozessen
Planung ist kein rein technokratischer oder vollständig standardisierbarer Prozess. Vielmehr erfordert sie Interpretationsspielräume, kreative Lösungsansätze und kommunikative Aushandlungsprozesse. Planung lässt sich nur bedingt standardisieren. Sie ist geprägt von Unsicherheiten, Abwägungen und sozialen Aushandlungen. Methodische Unterstützung wird deshalb nicht abgelehnt, sondern dort gewünscht, wo sie als hilfreich erlebt wird. Die Nachfrage richtet sich vor allem auf Instrumente, die Entscheidungsprozesse strukturieren, ohne sie zu determinieren.
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen auch, dass Planungsmethoden stets an situative, kontextuelle und soziale Bedingungen rückgebunden bleiben. Sie gelten als nützlich, wenn sie reale Prozesse unterstützen, kommunikativ anschlussfähig sind und einen konkreten Mehrwert in der täglichen Praxis schaffen.
Zukünftige Entwicklungen sollten sich an diesen Kriterien orientieren. Nicht die Zahl der Methoden ist entscheidend, sondern ihre Passung zur jeweiligen Situation und ihre Fähigkeit, Planungsprozesse transparent, nachvollziehbar und offen für Beteiligung zu gestalten. Sie sollen komplexe Inhalte zugänglich machen, Beteiligung ermöglichen und Vertrauen schaffen. Es geht nicht um mehr Methoden um der Methode willen, sondern um bessere Werkzeuge für bessere Planung. Zukunftsfähige Planungsmethoden werden daran zu messen sein, wie gut sie die zunehmende Komplexität gesellschaftlicher, ökologischer und technischer Herausforderungen in handhabbare Prozesse überführen, ohne dabei den Anspruch auf Offenheit, Dialog und Reflexivität zu verlieren.
References
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Förster, Agnes (2014): Planungsprozesse wirkungsvoller gestalten. Wirkungen, Bausteine und Stellgrößen kommunikativer planerischer Methoden. Dissertation. München. Technische Universität München, Fakultät für Architektur.
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