Bestand entwickeln? Kontinuität und Wandel eines Themas

Klaus Selle
»Der Beginn der fachlichen Auseinandersetzung mit »Bestand« ist recht genau zu datieren. Karl Gansers Überlegungen zum »Bestandswachstum« aus dem Jahr 1974 dürften einen Anfang markieren.
Dies zu erwähnen heißt zugleich festzustellen, dass »Bestand« früher kein Thema des urbanistischen Diskurses war. Tatsächlich wurde Stadtentwicklung mehr als ein Jahrhundert lang mit Neubau, mit der Erweiterung der Stadt nach außen gleichgesetzt. Wenn Stadt sich nach Innen entwickelte, geschah dies in der Regel im Wege der »Flächensanierung«: Bestehendes wurde beiseite geräumt und auf leeren Flächen neu gebaut. Die Erkenntnis, dass man erneuern und erhalten kann, brach sich erst im Laufe der 70er Jahre bahn – Ökonomischer Wandel, politische Konflikte und das damals erwachende ökologische Bewusstsein machten es möglich. Seither ist viel geschehen – in den Städten und in der Fach-Diskussion über Stadtentwicklung (im Bestand). Das nachzuzeichnen und kritisch zu beleuchten wäre ein verdienstvolles Unterfangen, das an dieser Stelle aber jeglichen Rahmen sprengen würde. Also muss der Rückblick hier auf drei Anmerkungen beschränkt bleiben: ...«
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