Raumplanung ohne Präservativ

Benjamin Davy
»Wer in einer Stadt offenen Auges spazieren geht, beobachtet mitunter Dinge, die nicht so recht zusammenpassen. Ein Geschäftseingang, der sowohl zu einer Tierhandlung als auch zu einem Sexshop führt, regt uns zu Gedankenverknüpfungen an (Abb. 1). Von wenigen Personen abgesehen, wird sich vermutlich weder die Kundschaft der Tierhandlung noch die Kundschaft des Sexshops in diesen Gedankenverknüpfungen wiederfinden wollen. Gewiss ist niemand überrascht, dass es in einer Stadt sowohl Tierhandlungen als auch Sexshops gibt. Die beiden Geschäfte passen jedoch nicht zusammen; ihre räumliche Nähe zueinander unterstreicht ihre sachliche Entfernung voneinander. Gewiss passen andere Geschäftslokale besser zueinander: Eine Musikhandlung und ein Geigenbauer, eine Metzgerei und eine Bäckerei, ein Friseurladen und ein Kosmetiksalon. Wir stellen uns die Kundschaft des einen Ladens vor, die auch den anderen Laden besuchen könnte. Doch genau diese Vorstellung wird dem Nebeneinander der Tierhandlung und des Sexshops zum Verhängnis. Wer möchte hier welche einander ergänzenden Waren oder Dienstleistungen nachfragen? Vielleicht reizt uns die Gedankenverknüpfung zum Schmunzeln, doch vielleicht sind wir empört und kaufen unser Katzenfutter künftig anderswo. …«
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