hummel_1-2011

Wie lässt sich Stadt- und Dorfentwicklung in der Engagementförderung umsetzen?
10 Thesen darüber, was man/frau über Kommunen und Engagement wissen sollte
 
 
     


Konrad Hummel

1) Wer Kommunen zugunsten systematischer Engagementpolitik beeinflussen will, muss ihr »Wesen«, ihre Handlungslogik, ihre Position im Feld des Bürgerengagements verstehen und zum Gegenstand der eigenen Strategie machen.

2) Wer die Stadt- und Sozialplanung für die Interessen der Engagementförderung benutzen will, muss deren Situation und Wandel kennen.

3) Wer Stadtverwaltungen als Partner sucht (oder als Gegner vermeiden will), muss ihre besondere Aufgabenstellung kennen.

4) Wer bei Dörfern ganz andere Strukturen vermutet als bei Städten liegt zwar richtig, muss aber wissen warum das nicht überall so ist.

5) Wer die Leitbilder zugunsten Bürgerkommunen ändern will, muss wissen, warum sich Kommunen mit dem Leitbild Dienstleistungskommune schon schwer tun.

6) Wer sich über die modernen Sozialstaatsprogramme (Soziale Stadt/Freiwilligen-dienste/Mehrgenerationenhäuser etc.) in Stadt einklinken will, muss wissen, warum das dort selten auf Begeisterung stößt.

7) Wer Kiez und Quartier zur neuen Koordinate des Bürgerengagements macht, muss etwas über den »neuen Bürger«, die Milieus wissen.

8) Wer Gemeinwohl- und Gemeinwesenarbeit mit community organizing-Methoden auffrischen will, muss den Haifischteich kennen, in dem gefischt wird.

9) Wer mehr Bürgerhaushalt und Bürgerbegehren fordert, muss wissen, wem er damit dient und was er bewirkt.

10) Wer alles zur Macht- und Chefsache in der kommunalen Engagemententwicklung machen will, muss wissen, an was er dann noch hängt.

 

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