Bürgerinnen und Bürger als Akteure der Stadtentwicklung


Editorial 

Planungstheorie war über Jahrzehnte die Wissenschaft von der (planvollen) öffentlichen Intervention in die räumliche Entwicklung. Staat und Kommunen bildeten das Zentrum dieses »Weltbildes« – alle anderen Akteure waren lediglich »Adressaten« staatlichen Handelns.

Dass nun entspricht ganz offensichtlich nicht den Realitäten der Stadt- und Regionalentwicklung, denn die resultiert aus dem Handeln vieler Akteure – und die öffentlichen stehen hier keinesfalls immer im Zentrum (vgl. dazu auch den Beitrag von Franz Pesch in »Planung neu denken« Bd. 2).

Es ist also Zeit, die Frage nach den »Beiträgen zur räumlichen Entwicklung« einmal aus dem Blickwinkel anderer Akteure – bzw. mit Blick auf diese – zu stellen.

Wir beginnen hier mit einer Perspektive, die einem Schwerpunkt der Lehrstuhlarbeit entspricht: Wir stellen die Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt und machen uns auf die Suche nach Untersuchungen, Analysen und Beiträgen, die deren Mitwirkung an den Entwicklungen in Stadt und Region thematisieren. Angesprochen sind damit Texte aus den Themenkreisen „Bürgerschaftliches Engagement“, „Zivilgesellschaft“ und ihre Potenziale, Bürgerbeteiligung – Bürgerorientierung und so fort.

Besonders interessiert sind wir an Beiträgen, die bei der empirischen Aufhellung der Frage helfen, auf welche Weise Bürgerinnen und Bürger zur Stadtentwicklung beitragen (können), welcher Art ihr Engagement ist, welche Motive und Interessen es voran treiben, welche Restriktionen es behindern und so fort.
Darüber hinaus bleiben auch die theoretisch-konzeptionellen Auseinandersetzungen um Bürgergesellschaft, Bürgerorientierung etc. von Belang.

Die Arbeit an diesem thematischen Schwerpunkt gründet sich auch ganz wesentlich auf eine Kooperation des Lehrstuhls für Planungstheorie und Stadtentwicklung mit dem Bundesverband für Wohneigentum und Stadtentwicklung (vhw). Im Rahmen dieser Zusammenarbeit kommt der Suche nach Realitäten und Potenzialen des Engagements im Stadtteil besondere Bedeutung zu (vgl. auch PT | Forschung und vhw | aktuell )

Wir laden also auch an dieser Stelle herzlich dazu auf, Texte zu diesem Schwerpunkt einzureichen oder uns auf jüngst erschienene oder weiterhin bedeutsame ältere hinzuweisen.

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