Mehr als nur normative Heuristik? 
Zur empirischen Verifizierbarkeit von formalen Modellen des Planungsprozesses.

Christian Diller, Sarah Karic, Sarah Oberding

In dem Artikel wird das Ergebnis einer Überprüfung formaler Ablaufmodelle der Raumplanung vorgestellt. Anhand der Auswertung von insgesamt 105 Artikeln aus deutschsprachigen Fachzeitschriften der Raumplanung zu konkreten Planungsprozessen wird untersucht, welches Modell die realen Abläufe am besten widerspiegelt. Das Ergebnis ist eindeutig: die betrachteten Planungsfälle lassen sich in ihrer formalen Grundstruktur mit dem Modell »Linear mit zirkulären Rückkopplungen« am besten abbilden. Die den letzten Jahren auch im Zuge der Debatte um »Strategische Planung« verstärkt vorgeschlagene Kreislaufmodelle mit modularen Elementen dagegen spiegeln dagegen die durchaus vorhandenen Regelmäßigkeiten und Linearitäten in den Planungsprozessen nicht ausreichend wieder. Weiterhin wird festgestellt, dass von den in den Planungsmodellen normativ vorgeschlagenen Phasen neben der Phase Evaluation/Controlling vor allem auch die Phase der expliziten Abwägung von Alternativen in der Realität nur selten vorzufinden ist. Dieser Befund wirft vor allem die Frage für die weitere Forschung auf, mit welchen Methoden und in welchen Prozessen die in den Planungsmodellen geforderte Ableitung von Alternativen, Projekten und Maßnahmen aus den vorgelagerten Leitbildern und Zielen eigentlich erfolgt.

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